Für das Genre des Aktienmarkt-Pornos ist The Wolf of Wall Street ist ein würdiger Nachfolger von Wall Street (1887). Anstelle von Investment-Mogul Charlie Cheen und Michael Douglas betritt nun Leonardo DiCaprio das Parkett.
Leo mimt den geld- und sexgierigen Wertpapier-Betrüger Jordan Belfort und dreht unter Regie von Martin Scorsese den Exzess-Regler voll auf. Party- und Sex-Orgien, kollektiver Drogenmissbrauch sowie die unbändige Gier nach Geld sind die Leitthemen von The Wolf of Wall Street.
Worum Gehts?
Mit seiner gegründeten Aktienfirma scheffelt Jordon Belfort Unmengen Geld. Legal? Ach was. Hauptsache der Gewinn stimmt! Und was tun mit der erbeuteten Kohle? Na Klar – Investieren! Sinnvoll legt Belfort das Geld in Prostituierte, Partys, schnellen Autos und harten Drogen an. Exzessiver Life- Style zelebriert auf drei Stunden Laufzeit.
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Jedoch ist anzumerken, dass dieser Film nicht nur von seinen anzüglichen Inhalten lebt. Vor allem die unterhaltsamen Dialoge wie auch DiCaprios Schauspielkunst liefern viele Highlights und Lacher. Leonardo legt in The Wolf of Wall Street noch mal eine Schippe drauf: Wenn die Drogenexzesse bei ihm Wirkung zeigen, setzt er aus! Sabbernd, gelähmt – motorisch und verbal komplett im Eimer. Leonardo Dicaprio als Kapitän Koks überzeugt auf ganzer Linie. Selten sieht man so unterhaltsame Drogenabstürze – Fear and Loathing in Las Vegas lässt grüßen!
The Wolf of Wall Street ist pures Entertainment, allerdings krankt der Film jedoch an seinen eigenen Ansprüchen: Nach DiCaprios eigener Aussage sollte der Film die abscheuliche Gier der Branche aufzeigen. Die radikalen Spekulanten an der Börse anprangern. Doch als Zuschauer freut man sich vielmehr, wenn Jordon Belfort seine Klienten über den Tisch zieht. Drückt ihm die Daumen. Empfindet Mitleid, wenn ihm ernsthafte Probleme drohen. Keine Wut, kein Groll, sondern Faszination! Für eine Berufsparte, in der man anscheinend nur ein halbes Jahr gearbeitet haben muss, um für den Rest seines Lebens finanziell ausgesorgt zu haben.
Fazit:
Scorseses neustes Werk überzeugt durch seinen Hauptdarsteller, den tollen Dialogen, und den hemmungslosen Eskapaden der Filmfiguren. Hollywood- untypisch schlägt The Wolf of Wall Street verbal und visuell unter die Gürtellinie. Wohlmöglich die größte Stärke des Films. Jedoch ist der Aktienmarkt-Porno bei weitem nicht Scorseses bestes Werk: Vorhersehbares Ende, unnötige Überlänge und repetitive Inhalte kratzen an dem High- Class- Endprodukt. Nichtsdestotrotz: Tag- Team Scorsese und DiaCaprio rocken! Was sonst.
Bewertung: 2